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GERRITS REVIEWS

Freitag 23.06.2000

Christof Lauer; Kudsi Erguner, Abdullah Ibrahim und die NDR-Bigband

Grenzgänge oder Leichtigkeit

Eigentlich waren es drei Jazz-Konzerte an diesem Abend und deshalb besonders etwas für Festival-Erprobte. Als erstes spielte Saxofonist Christof Lauer mit vier he.ragenden Musikern - energiegeladen, kraftvoll und vielseitig. Die Musik war ein Wechselbad zwischen laut und leise ohne Schemata und Konventionen. Der zunächst gar nicht eingeplante Tubist Michel Godard war eine große Bereicherung.

Nach der ersten Pause, die die Besucher wegen der stickigen Luft dringend brauchten, dann die fast liebliche Musik der traditionell türkisch spielenden Musiker. Man hörte Kudsi Erguner auf der Ney-Flöte mit seinem Projekt "Ottomania". Sehnsüchtige, teilweise mystische Klänge auf der Ney und den anderen türkischen Instrumenten wurden umspielt von dem Sopransaxofonisten Christof Lauer, dem Tubisten Michel Godard, dem Bassisten Yves Rousseau und dem Percussionisten Bruno Caillat. Ein interessante, harmonische Mischung, einfach ein gelungenes Beispiel europäischer Fusion-Musik.

Und dann endlich die NDR-Bigband unter Leitung von Dieter Glawischnig mit dem Star des Abends. Verschwitzt hatten die Fans ausgeharrt, um Abdullah Ibrahim zu hören. Und er enttäuschte sie nicht. Mit jeweils theatralischer Einleitung kündigte er alle seine Stücke an. Ihm und der NDR-Bigband, die sich perfekt auf die Musik des Künstlers einstellte, gelang es sofort, das Publikum in die jeweiligen Stimmungen zu reißen. Ob Regen, Wellen oder Liebe - Power und Leichtigkeit waren angesagt und überzeugten.

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