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GERRITS REVIEWS

Montag 22.05.2000

International Alphorn Orchestra

Weltklasse-Bläser spielen Alphorn

Wer gedacht hat, dass es ein einseitiger Abend würde, lag völlig falsch. Interessanter hätte die Musik nicht sein können. Was die vier Bläser auf der Bühne boten, war eine absolute kulturelle Bereicherung.

Hans Kennel arbeitet seit Jahren mit dem Alphorn, mischt traditionelle Elemente mit avantgardistischen und hat ein Weltklasse-Quartett zusammengestellt, das, außer ihm, sonst nicht Alphorn bläst: Dave Bargeron, Ray Anderson und Tom Varner hatte er neben sich. Einer besser als der andere.

Unglaublich, wie eingängig und vielseitig das eher primitive Instrument des Alphorns klingen kann. In seinen Anekdoten und lehrreichen Erklärungen betonte Hans Kennel, dass man auf dem Alphorn "nur" die Naturtonreihe spielen könne, ... nicht temperiert, dafür aber über vier Oktaven. Kennel: "Wir spielen richtig. Es klingt nur ungewohnt."

Das Quartett verstand es, den ungefähr vier Meter langen Instrumenten klingende Stimmungen zwischen sakralem Mönchsgesang, Berner Rap und experimentellem Free Jazz zu entlocken.

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