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MONTAG 27.05.2002

archiv

20:30 UHR

THE BRAZZ BROTHERS / OSLO
JazzClub Hannover
Norwegen hat seit Ende des 19. Jahrhunderts eine einzigartige Blechbläser-Tradition. Kein Land der Welt hat gemessen an der Bevlkerungszahl so viele Brass-Bands wie Norwegen. Die Brazz Brothers sind nationale und / INT.rnationale Spitze. In Norwegen seit 1981 eine Institution entwickelten sie sich schnell zu einem gern gesehenen und gehrten Act auf den Festivals rund um den Erdball. Die Brazz Brothers spielen eine interrnational gefeierte Mixtur aus Big Band-Anklängen, Modern Jazz und Folkelementen aus Skandinavien und Afrika. "Ihre auergewhnliche Musikalität und abenteuerlichen Konzepte haben der Gruppe einen Ruf eingetragen, der weit ber die Grenzen ihres Heimatlandes hinausgeht," befand schon 1994 der Billboard-Kritiker Mike Henenessy. Die Brazz Brothers sind Stein Erik Tafjord (Tuba) und Runar Tafjord (French Horn), Jan Magne Frde (Trompete, Flgelhorn), Jarle Frde (Trompete, Flgelhorn) und Helge Frde (Posaune) sowie der schwedische Schlagzeuger Marcus Lewin. Bei der Gründung der Band 1981 bestand das Anfangsrepertoire aus klassischen Stücken für Bläserensemble. 1986 nahmen sie den großen, mittlerweile verstorbenen schwedischen Schlagzeuger Egil "Bop" Johanssen in die Band und formten einen ganz eigenen Stil zwischen Klassik, Jazz und ethnischen Einflüssen aus der ganzen Welt. Die skandinavischen Volksmusiktraditionen bilden dabei einen Schwerpunkt. Uralte Hardangergeigen-Tänze wie Halling und Springar mit ihrer rhythmischen Asymetrik werden zu treibenden Bop-Nummern, die feierlichen Volksmelodien zu feinsinnigen Balladen. Anfang der 90er Jahre entwickelte sich ber den Austausch mit tanzanischen Musikern eine neue Richtung im Repertoire der Band, der die Musiker das griffige Prädikat "Afro-Brazz" verpassten. Ein Meilenstein in der Bandgeschichte ist ihre 1994 u.a. mit Lester Bowie eingespielte CD "Brazzy Voices", auf der sich amerikanische und europäische Traditionen und Instinkte wunderbar ergänzen. Zu den Stargästen live und auf den bisher neun erschienenen Veröffentlichungen der Brazz Brothers zählen u.a. Lester Bowie, John Surman, Famadou Don Moye, Amina Meyers, Youssou N'Dour, Phil Minton und David Peaston. Kaum eine der CDs fand bisher den regulären Weg nach Deutschland. Mit der Live-CD "Towards the sea" hat das Bremer Laika-Label jetzt einen eindrucksvollen Tontrger für den deutschen Markt übernommen. Einige Festivals, auf denen die Brazz Brothers nachhaltigen Eindruck hinterließen: Molde interrnational Jazz Festival, Pori Jazz Festival, North Sea Festival, Schleswig-Holstein Musik Festival, Jazz Baltica, London Jazz Festival, Jazz Vienne, Queen Elizabeth Hall London, Symphony Space New York, Bardentreffen Nürnberg, Abschlussfeier der olympischen Winterspiele in Lillehammer, Nordische Filmtage Lübeck, Jazzfest Berlin.